„Kingdom: New Lands“ – Ein Strategiespiel für zwischendurch

Für manche ein bekanntes Szenario: Ein langer Arbeitstag geht zu Ende und nach ein bisschen Kochen und Haushalt startet die Abendplanung. Was zocken wäre nicht schlecht. Da liegt noch ein Teil der „Elder Scrolls“-Reihe rum, aber da müsste ich erst wieder in die Story reinkommen und nachvollziehen, an welcher Quest ich dran bin – zu kompliziert. Eine Partie Siedler vielleicht? Ein umfassendes Wirtschaftssystem aufbauen, unzählige Ressourcen sammeln und dann für einen Angriff rüsten, das dauert zu lange. Candy Crush kann ich jetzt aber auch nicht zum x-ten Mal zocken. Was tun, wenn etwas mit Anspruch für den Feierabend gesucht wird?



EPIC verschenkte „Kingdom: New Lands“

Im EPIC-Store ist es gang und gäbe, das regelmäßig Spiele verschenkt werden. Mit Blick in meine Bibliothek weiß ich gar nicht, ob ich mir jemals eins tatsächlich gekauft habe. Jedenfalls kam per Push-Nachricht rein: „Jetzt kostenlos – Kingdom: News Lands“. Das ist ein Pixel-Art basierendes, zwei-dimensionales Strategiespiel, das Ende 2016 auf vielen Plattformen, etwa Windows, Android und der Playstation 4, erschienen ist. Der Grafiksteil hat mich angesprochen, weswegen ich das Spiel dann bei EPIC „gekauft“ habe. Dann lag es da erst einmal eine Zeit lang. Die Verschenk-Aktion war bereits Mitte Oktober.

„Kingdom: New Lands“: Verteidige dein Königreich gegen Monster

Nachdem ich das Spiel zum ersten Mal startete, erinnerte es mich vom Grafikstil her direkt an die alte „Shadow of the Beast“-Reihe auf dem Amiga 500. Doch ist „Kingdom: New Lands“ mehr als das, nämlich ein Aufbaustrategiespiel als 2D-Sidescroller. Ziel des Spiels ist es, ein Schiffswrack auf Vordermann zu bringen, um die aktuelle Insel dann in Richtung nächster Insel zu verlassen. Das klingt einfacher, als es es. Erstmal muss dafür das notwendige Gold verdient und zudem nachts zahlreiche Monster abgewehrt werden, die eben jenes Gold stehlen wollen. Ihr eigentliches Ziel ist jedoch die Krone des Königs, zugleich die eigene Spielfigur. Wer im Spiel pleite ist, kann nur noch diese verlieren. Ist sie weg, ist das Spiel verloren.

Gold verdienen, Untertanen rekrutieren und Befestigungen bauen

Damit die Krone nicht „Hopps“ geht und am Ende die Reise zur nächsten Insel steht, muss Gold verdient und die Verteidigung ausgebaut werden. Das geht auf unterschiedlichen Wegen. So können etwa Jäger und Farmer ausgebildet werden, die mit ihren Erträgen Gold generieren. Ein reisender Händler und später ein Bankier sorgen für regelmäßige Einkünfte. Zum Start eines neues Spiels lohnt sich auch ein Ausritt in den Wald, denn dort findet ihr häufig Schatztruhen, die der klammen Staatskasse einen immensen Aufschwung verpassen.



Das Geld muss dann in den Wiederaufbau des Schiffs und in die verschiedenen, upgradefähigen Verteidigungsanlagen investiert werden. Zu diesen gehören etwa Wälle und Türme, aber auch eben erwähnte Borgenschützen, die nachts bei der Verteidigung helfen und Ritter. Letztere bilden mit weiteren Bogenschützen zugleich eine Offensiveinheit, die gegen die Portale geschickt werden können, aus denen nachts die Monster kommen, die euer Königreich angreifen.

Im Wald findet ihr neue Untertanen, Experten und Schreine

Da von Tag zu Tag die Monsterwellen immer stärker werden, müsst ihr mit euren Anlagen nachziehen. Hierzu braucht es neue Untertanen, die ihr etwa in Waldlagern findet. Ebenfalls im Wald stehen verschiedene Schreine, die – das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt – bestimmte Fähigkeiten eurer Gefolgschaft über wenige Runden verstärken können. So werden etwa Bogenschützen treffsicherer oder Bauarbeiter können Wälle zusätzlich verstärken. Gänzlich neue Bauoptionen erhaltet ihr über Experten, die ihr in deren Hütten im Wald findet. Mit ihnen könnt ihr spezielle Befestigungsanlagen errichten oder Türme zu Bäckereien ausbauen, die dann neue Untertanen direkt zu eurer Basis anlocken.

„Kingdom: New Lands“ klingt komplex, ist es aber nicht

Wer das liest, muss nun denken: Ganz schön viel Management. Tatsächlich gestaltet sich der Aufwand wesentlich geringer. Die Untertanen erledigen ihre Aufgaben alleine. Baustellen werden von Bauarbeitern eigenständig angesteuert, Jäger und Farmer gehen von allein ihren Aufgaben nach und sobald die Nacht einbricht, werden sämtliche Defensiv-Positionen eigenständig bemannt. Tatsächlich liegt die Herausforderung darin, die Infrastruktur insofern geschickt auszubauen, dass das Schiff, sobald es fertig gebaut ist, unbehelligt auslaufen kann. Dazu muss es bis zum Ende der Karte fahren, wo ihr dann mit eurem König abschließend einsteigen und in Richtung Meer aufbrechen könnt.

Darf nicht unterschätzt werden: der Schwierigkeitsgrad

Da Gold grundsätzlich knapp ist, muss jede Investition gut überlegt sein. Schwierig zu handhaben sind insbesondere große Feindeswellen, die kommen, sobald ihr eines der Portale zerstört habt. Hier treten zudem größere und stärkere Feinde auf, die eure Truppen in kurzer Zeit in Stücke schlagen können. Dennoch eignet sich das Spiel gut für eine Partie zum Feierabend. Es ist anspruchsvoll, erfordert jedoch kein Mikromanagement, und erlaubt einen schnellen Einstieg in ein grafisch schönes Szenario. Wer angefixt wurde, kann sich zudem freuen: Es gibt einen Vorgänger und mit „Two Crowns“ einen Nachfolger, der sogar einen Koop-Modus beinhaltet. Von meiner Seite: klare Spielempfehlung!

„Kingdom: New Lands“ von Raw Fury

Beschreibung auf Steam:

„Kingdom: New Lands baut auf dem preisgekrönten Gameplay von Kingdom auf und knüpft an dessen Mysterien an. Eine Fülle neuer Inhalte wurden dem IGF-nominierten Titel hinzugefügt, der sich dennoch die Einfachheit und Tiefe bewahrt hat, die ungezählte Monarchen kennen- und lieben gelernt haben.“

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